Adrián Navarro – Landschaft
Ausstellung vom 14. April bis 12. Mai 2018
Malerei und Editionen

Wir laden Sie herzlich ein:
▪ Vernissage am Freitag, 13. April, 18.00 – 20.00 Uhr, mit Kurzeinführung um 18.30 Uhr
▪ Öffentliche Führung am Donnerstag, 3. Mai, 19.00 – 19.30 Uhr
▪ Finissage am Samstag, 12. Mai, 14.00 – 16.00 Uhr

 

Adrián Navarro, 1973 in Boston geboren, ist in Madrid aufgewachsen und hat dort Architektur sowie anschliessend in London Kunst studiert. In seiner zweiten Ausstellung in der Galerie da Mihi zeigt er erstmals seine Serie Landschaft. Wie bereits bei seinen früheren Serien handelt es sich um räumliche Arrangements, aufwändig gestaltete optische Täuschungen, die virtuelle Räume darstellen seine künstlichen Realitäten scheinen sich über die Grenzen der Leinwand hinweg auszudehnen. Mit seiner Malerei geht Adrián Navarro das uralte, grundsätzliche Problem der Malerei an, auf einer zweidimensionalen Leinwand Raumtiefe zu erzeugen. Er wählt dabei einen völlig neuen, revolutionären Weg, der erst durch die technischen Errungenschaften des einundzwanzigsten Jahrhunderts möglich wurde.

 

Die Raumtiefe, respektive der dreidimensionale Eindruck wird durch die dargestellte Form in sich hergestellt. Navarro verwendet ein computerbasiertes Verfahren, CAD (Computer Aided Design) um perfekt modellierte Formen abzubilden, welche er anschliessend traditionell mit Pinsel und Farbe ausarbeitet. Die dargestellten Formen, im vorliegenden Fall Landschaften, stellen sich dem Betrachter als plastische, dreidimensionale Objekte dar und erzeugen einen bislang in der Malerei unerreichten, dramatisch hervortretenden, dreidimensionalen Eindruck.

Das malerische Problem der Raumtiefe wurde in der Vergangenheit auf vielfältige Weise angegangen. Eine der wichtigsten Entdeckungen war sicher die mathematisch korrekte Raumperspektive durch Brunelleschi im 15. Jahrhundert. Aber bereits früher haben versierte Maler durch geschickte Verkürzungen versucht, Raumtiefe dazustellen. Später entwickelten sich in den verschiedenen Stilrichtungen jeweils unterschiedliche Formen um die Raumtiefe darzustellen. Schraffuren, Spiel mit Licht und Schatten, spezielle Farbtöne für den Hintergrund. Im Laufe der Zeit hat sich die klassische Malerei ein umfangreiches Repertoire an Möglichkeiten zugelegt und perfektioniert. Die Impressionisten opferten einen Teil der Tiefenwirkung der neuen Malweise, welche unser natürliches Sehvermögen und die Farb- und Lichteffekte in den Vordergrund stellte. Paul Cézanne versuchte diesen Nachteil des Impressionismus mit seinen provenzialischen Landschaften wieder zu kompensieren. Auch im Kubismus und sogar in der abstrakten Malerei versuchten die jeweiligen Künstler das Problem der Raumtiefe mit unterschiedlichen Mitteln und unterschiedlichem Erfolg zu lösen.

Adrian Navarro erschliesst die Raumtiefe mit den Mitteln seiner Generation. Neben seiner Kunstausbildung ist Navarro auch ausgebildeter Architekt und damit gewohnt, mit den neuesten Mitteln der Computerunterstützung zu arbeiten. Sogenannte CAD Systeme sind heute gebräuchliche Arbeitsinstrumente, um z.B. in der Architektur einen zweidimensionalen Entwurfsplan in ein dreidimensionales Modell zu transformieren und für Laien verständlich darzustellen. Diese Hilfsmittel verwendet Navarro für seine dreidimensional wirkenden Malereien. Dabei verwendet er ein komplexes, mehrstufiges Verfahren. Zuerst malt er einen fein strukturierten Hintergrund auf die sorgfältig vorbereitete Leinwand, dann überträgt er die Gitterstruktur seines Objektes mittels einem Grossformat-Plotter auf die Leinwand, danach beginnt die aufwändige Arbeit mit Pinsel und Farbe in mehreren Schichten, um den Objekten ihre eindrückliche Gestalt zu verleihen. Das Resultat sind neuartige Malereien von einer aussergewöhnlichen Tiefenwirkung. Dabei kommt diese eindrückliche Raumtiefe alleine durch das Objekt zustande ohne das bisher aus der klassischen Malerei bekannte Repertoire an Möglichkeiten zur Verbesserung der Raumtiefe.

Die in der Galerie da Mihi gezeigten Landschaften sind Neuschöpfungen von Navarro und werden erstmals einem interessierten Kunstpublikum vorgestellt. Sie entfernen sich von den bislang gezeigten, eher geometrischen Formen, wie Ringe, Kugeln und Spiralen und gehen noch stärker in die Richtung von virtuellen Lebensräumen. Navarro beschäftigt sich in seinen Bildwelten intensiv mit den hypothetischen Möglichkeiten von Lebensräumen ausserhalb unseres bekannten Planeten. Dabei bleibt er als ausgebildeter Architekt aber durchaus auf dem Boden der Realität und versteht seine Landschaften auch als Beitrag zu zukünftigen städtebaulichen Herausforderungen in unserer angestammten Welt. Wobei Landschaft vielschichtig zu verstehen ist und als Anlehnung an Jean Dubuffet auch die immaterielle Welt, die den Geist des Menschen bewohnt, mit einschliesst in sein Oeuvre.

 

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung:

Barbara Marbot, Hans Ryser, Galerie da Mihi, KunstKeller, Gerechtigkeitsgasse 40, 3011 Bern, +41 31 332 11 90, barbara.marbot@damihi.com

Öffnungszeiten: Do 14.00 – 20.00 Uhr, Fr 14.00 – 19.00 Uhr, Sa 11.00 – 17.00 Uhr. Weitere Termine nach Vereinbarung.