Malerei
Adrián Navarro – «Rings and Fragments»

Ausstellung in der Galerie da Mihi vom 12. März bis 2. Mai 2015
Eröffnung am Donnerstag, 12. März 2015, 18.00 – 20.00 Uhr

Portal in eine neue Dimension: Die Gemälde des in London ansässigen bildenden Künstlers und Architekten Adrián Navarro (1973) lassen die Einschränkungen unserer Realität hinter sich. In der Galerie da Mihi sind unter dem Motto «Rings and Fragments» gross- und kleinformatige Gemälde Navarros zu sehen, in denen der Künst- ler mit architektonischer Präzision aus einzelnen Punkten dreidimensionale Bildräume entstehen lässt. Die psy- chedelisch anmutende Farbigkeit der Werke und ihre hypnotisierende Sogwirkung öffnen den Blick in eine an- dere Dimension. Der Künstler wird an der Vernissage exklusiv anwesend sein.

Was wäre, wenn wir uns von unseren existenziellen Bindungen lösen könnten? Der Kampf zwischen den Einschränkun- gen des Körpers und der Freiheit der Geistes – der Kunst – beschäftigt die Menschheit seit Jahrhunderten. Der in Lon- don ansässige Künstler Adrián Navarro beschäftigt sich in seinem Oeuvre mit genau diesen Fragen und die neue Aus- stellung «Rings and Fragments» in der Galerie da Mihi zeigt Werke, die diese Grenzen zu überwinden suchen.

Der 42-jährige in Boston geborene Künstler schloss im Jahre 2000 seine Ausbildung an der Polytechnischen Universität Madrid in Architektur ab und begann im Jahr darauf seine künstlerische Tätigkeit in New York. Seit dem Kunststudium am Central Saint Martin’s College of Art & Design (2007-2008) ist Navarro ein gefragter Künstler und seine Werke sind in Sammlungen wie zum Beispiel der UBS und Circa XX vertreten. Navarro steht in einem Prozess, in welchem er das Vokabular der bildenden Kunst stetig zu erweitern sucht, indem er neue Mechanismen der Einflussnahme in das Bild- medium erforscht und sich dabei Werkzeugen bedient, die der Architektur entlehnt sind.

In den vier grossformatigen Werken aus Navarros «Ring»-Serie, die in Bern gezeigt werden, konstruiert der Künstler auf der flachen Leinwand dreidimensionale Räume, ja fast Portale in eine andere Welt. Navarro bildet die Ringe aus ver- schiedenen Perspektiven auf dem scheinbar weissen Untergrund ab: mal frontal, mal von der Seite, mal von ganz nah. Die einzelnen Ringe werden aus verschieden grossen und unterschiedlich farbigen Punkten konstruiert, die sich an einem klar definierten Gitternetz orientieren. Dieses erstellt der Künstler mit Hilfe eines Computerprogramms und druckt die Vorlage dann auf den bereits mit verschiedenen Ölschichten bemalten Leinwandgrund. Die strenge Anordnung des Gitternetzes wird hier und da aufgebrochen. Der Künstler legt dabei grossen Wert auf ein harmonisches Zwischenspiel von Vorder- und Hintergrund. So erschafft der Künstler mit architektonischer Präzision auf der zweidimensionalen Lein- wand dreidimensionale Räume: Die einzelnen Punkte fügen sich vor den Augen des Betrachters zu gedanklich begeh- baren Konstruktionen zusammen.

Der Künstler versucht so nicht nur die Bildgrenze zu überwinden, sondern auch den ewigen Kampf zwischen Körper und Geist zu illustrieren. Auf seiner Homepage erklärt er diesen Gegensatz folgendermassen: «On the one hand, man tries to free himself, evolve to achieve some self-control over his life, but, on the other hand, he has no option other than to accept the irrevocalbe: his existential ties».1 Navarro erschafft von diesen existenziellen Einschränkungen losgelöste Räume, in die wir uns hineindenken und dadurch gewissermassen unsere eigenen physischen Grenzen überwinden können. Trotzdem bleibt er ganz Architekt: Die gemalten Konstruktionen sind in der realen Welt durchaus realisierbar. Seine Werke sind keine optischen Täuschungen und doch sieht man nicht auf den ersten, zweiten oder sogar dritten Blick, was sich da auf der Leinwand genau abspielt.

In den kleinformatigeren «Fragments» konstruiert Navarro den Raum weniger mit geometrischen und architektonischen Elementen, als mit Farbe. In «Magenta Space» von 2014 setzt sich der Künstler zum Beispiel mit verschiedenen Abstu- fungen von Purpurtönen auseinander. Das Gitternetz aus weissen Punkten ist in diesen Werken ebenfalls klar erkenn- bar, in diesem Fall benutzt Navarro jedoch selber hergestellte Schablonen. Auch hier ist das Zusammenspiel von Vor- der- und Hintergrund von zentraler Bedeutung, wobei Navarro das strenge Gitternetz durch überlagerte Farbflecken stärker aufbricht als in den Ring-Bildern. In den Werken Navarros trifft architektonische Präzision auf psychedelisch anmutende Farbexplosionen und aus dieser Kombination erschafft der Künstler dreidimensionale Räume, die sich in den Besucherraum ausdehnen.